Wie der Feed arbeitet

Vier Quellen, eine Reihenfolge, offene Regeln. Diese Seite legt die Methode so weit offen, dass Sie jede Einstufung selbst nachrechnen können. Wer zur Prüfung einlädt, hat nichts zu verbergen.

Woher die Daten kommen

NVD (NIST)
Stammdaten jeder CVE: Beschreibung, CVSS-Vektor, Referenzen.
CISA KEV
Der Katalog nachweislich aktiv ausgenutzter Schwachstellen. Wird alle zehn Minuten abgeglichen.
FIRST EPSS
Ausnutzungswahrscheinlichkeit der nächsten 30 Tage, täglich neu berechnet.
Hersteller-Advisories
Betroffene Versionen, Patches und Workarounds, direkt vom Hersteller.

Jede Zahl in unseren Berichten stammt wörtlich aus einer dieser Quellen; wir runden nicht, schätzen nicht und erfinden nichts dazu. Eine Massnahme nennen wir nur dann, wenn der Hersteller sie veröffentlicht hat. Und wir setzen keine Fristen und geben keine Entwarnung, denn Ihre Umgebung kennen Sie, nicht wir.

Jeder Report nennt seine Quelle. Sie können jede Meldung gegen den NVD-Eintrag und den KEV-Katalog prüfen; die Links dazu stehen im Report selbst.

Warum eine 9.8 hinter einer 7.5 stehen kann

Der Feed sortiert nicht nach der lautesten Zahl, sondern nach der Reihenfolge, in der die Signale tatsächlich Gewicht haben. Die Überschrift klingt nach Widerspruch; der Kasten darunter rechnet ihn auf.

KEV

Wird es schon ausgenutzt?

Steht eine Lücke im KEV-Katalog der CISA, wird sie nachweislich angegriffen. Sie geht an die Spitze, unabhängig von allen anderen Werten.

EPSS

Wie wahrscheinlich wird es ausgenutzt?

Der EPSS-Score von FIRST schätzt die Ausnutzung in den nächsten 30 Tagen. Er ordnet die Lücken, die noch nicht angegriffen werden.

CVSS

Wie schwer wiegt es technisch?

Angriffsweg, Komplexität, benötigte Rechte, Auswirkung. Der CVSS-Basiswert beschreibt das Schadenspotenzial, nicht die Wahrscheinlichkeit.

SSVC

Und was folgt daraus?

Aus den Signalen wird eine Einstufung: sofort ansehen, beobachten oder bewusst zurückstellen. Die Entscheidung bleibt bei Ihnen.

Durchgerechnet an einem echten Fall

CVE-2026-21643 · Fortinet

Fortinet FortiClient EMS – SQL Injection Vulnerability

KEV
Im Katalog, wird aktiv ausgenutzt
EPSS
94.1 % in 30 Tagen
CVSS
9.8 von 10, Kritisch

KEV schlägt alles: Dieser Eintrag steht im Feed vor jeder nicht ausgenutzten Lücke mit höherem CVSS. Prüfen lässt sich das im vollständigen Report und gegen den NVD-Eintrag.

Der Bericht unten ist Teil des zugeschnittenen, bezahlten Dienstes. Er entsteht erst, wenn wir Ihre Produkte und Ihren Firmenkontext kennen. Der offene Feed enthält ihn nicht.

Adressatengerecht

Ein Befund. Drei Leser.

Geschäftsleitung, IT-Betrieb und Analyse bekommen denselben Befund, dieselben Quellen und dieselbe Bewertung, aber in der Fassung, die ihre Entscheidung verlangt. Unten steht deshalb keine Skizze, sondern ein vollständiger Beispielbericht, von der Anrede bis zur Fusszeile, so wie er per Mail eintrifft. Schalten Sie um: Die drei Meldungen bleiben identisch, nur die Einordnung wechselt.

Der offene Feed enthält diese Einordnung nicht. Sie ist Teil des zugeschnittenen Berichts, ebenso die drei Fassungen und die Zustellung per Mail. Der offene Feed bleibt offen: alle Produkte, alle Reports, ohne Anmeldung.

Von xonatec TI-Feed

Betreff: TI-Feed: 3 neue Schwachstellen betreffen Ihre Systeme

Beispiel

Guten Tag

3 neue Schwachstellen betreffen Ihre Systeme

Einordnung

Management

An: Geschäftsführung und Verwaltungsrat, nicht technisch

Keine Fachbegriffe, keine Kennzahlen. Was könnte passieren, wie wahrscheinlich ist es.

Zwei der drei Meldungen betreffen Fortinet-Systeme, die bereits angegriffen werden. Bei CVE-2020-12812 geht es um den VPN-Zugang, über den sich Mitarbeitende von aussen einwählen: Angreifer nutzen diese Lücke aktiv, und sie ist bereits bei Erpressungsangriffen zum Einsatz gekommen, bei denen Firmendaten verschlüsselt und Lösegeld gefordert wird. Die zweite aktiv angegriffene Lücke, CVE-2026-21643, erlaubt es einem Angreifer, ohne Passwort und ohne Anmeldung ins System einzudringen.

Die dritte Meldung, CVE-2026-25089 in der FortiSandbox, ist von den Fachstellen genauso ernst bewertet wie die zweite, gilt bislang aber nicht als aktiv angegriffen. Sie wäre für einen Angreifer ähnlich weitreichend nutzbar, es fehlt nur noch der Nachweis, dass sie tatsächlich ausgenutzt wird.

IT

An: IT-Verantwortliche und Systemadministration

Betroffene Komponente, Angriffsweg, Ausnutzungsstand. Fachbegriffe ohne Erklärung.

Die SSL-VPN-Authentifizierung in FortiOS (CVE-2020-12812) wird laut CISA aktiv angegriffen, und der Einsatz in Ransomware-Kampagnen ist für sie belegt. Von den drei Fortinet-Meldungen stehen zwei im KEV-Katalog: neben der VPN-Lücke die SQL-Injection in FortiClientEMS (CVE-2026-21643), die ohne vorherige Anmeldung über das Netz zur Codeausführung führt. Die eine sitzt am Fernzugang, die andere an der zentralen Endpoint-Verwaltung, an der die Clients hängen.

Damit trifft es bei Fortinet zugleich den Weg hinein und die Stelle, von der aus die Endpunkte gesteuert werden, und für beide ist die Ausnutzung nachgewiesen. Die dritte Meldung, eine OS-Command-Injection in FortiSandbox (CVE-2026-25089), ist technisch ähnlich scharf bewertet und ebenfalls ohne Authentifizierung über das Netz erreichbar, gilt bislang aber nicht als angegriffen.

Experte

An: Security-Fachleute, SOC und Incident Response

Dicht und technisch. Vektor, Verkettung, Reifegrad der Ausnutzung. Nichts wird erklärt.

Zwei der drei Fortinet-Meldungen werden laut CISA bereits angegriffen, und sie treffen entgegengesetzte Enden derselben Kette. CVE-2020-12812 umgeht die Authentifizierung am SSL-VPN, also am Eingang von aussen, und ist zusätzlich in Ransomware-Kampagnen belegt. CVE-2026-21643 sitzt dagegen im FortiClientEMS, der zentralen Endpoint-Verwaltung, und lässt dort per SQL-Injection ohne Anmeldung Code über das Netz ausführen.

Zusammengenommen ergeben die beiden einen Weg, den keine der Zeilen einzeln zeigt: Der VPN-Fehler öffnet den Netzzugang, und das EMS verlangt von dort keine Anmeldung mehr, sondern führt fremden Code aus. Wer über die erste Lücke im internen Netz steht, erreicht mit der zweiten die Konsole, die die verwalteten Clients steuert. Der EMS-Eintrag hat mit 67.5 % zudem die höchste Ausnutzungswahrscheinlichkeit der drei.

Die dritte Meldung, CVE-2026-25089 in der FortiSandbox, ist mit demselben Profil bewertet, unauthentifiziert über das Netz und ohne Benutzerinteraktion, steht aber bislang nicht im KEV-Katalog und gilt damit noch nicht als aktiv ausgenutzt.

Diese Einordnung wurde maschinell aus den verlinkten Reports und Ihrem hinterlegten Firmenkontext erzeugt. Sie beschreibt die Lage, sie ersetzt keine Prüfung in Ihrer Umgebung.

Sie erhalten diese Mail, weil Sie sich für den xonatec TI-Feed angemeldet und Ihre Adresse bestätigt haben.
Abmelden: Link, für jeden Empfänger einzeln erzeugt

Ein Dienst von xonatec. feed.xonatec.ch

Der Wortlaut oben stammt unverändert aus einem erzeugten Bericht. Die Fassung wird pro Empfänger gesetzt, nicht pro Firma: Im selben Unternehmen kann die Geschäftsleitung die Management-Fassung und das SOC die Expertenfassung erhalten. Einen Testbericht, der auf Ihre eigene Produktliste zugeschnitten ist, gibt es nach einem Erstgespräch, nicht automatisch: Sie nennen Ihre Produkte, wir schreiben den Bericht dazu.

Der Satz aus der Analyse-Fassung, "Zusammengenommen ergeben die beiden einen Weg, den keine der Zeilen einzeln zeigt", steht in keinem der drei verlinkten Reports. Er entsteht erst, weil derselbe Kunde beide Systeme betreibt. Das ist der Unterschied zwischen einem Feed und einer Einordnung, und Sie können ihn nachprüfen: Die drei Reports sind oben verlinkt.

Was der Feed nicht ist

  • Keine Bestandsverwaltung: Der Feed weiss nicht, welche Versionen Sie einsetzen. Die Inventur bleibt bei Ihnen.
  • Kein Scanner: Er meldet, was bekannt wird, nicht, was in Ihrem Netz offen ist.
  • Keine Garantie auf Vollständigkeit: Grundlage sind die genannten Quellen. Was dort fehlt, fehlt auch hier.
  • Kein Ersatz für das Hersteller-Advisory: Massgeblich für Patches und Support bleibt der Hersteller.